Trendforscher: Wissen zu teilen, macht reich (nachrichten.at)
OÖN: Die EU ist bei ihrem Versuch, einen Wissensvorsprung aufzubauen, gescheitert, Stichwort Lissabon-Strategie. Ist Wissensmanagement wirklich eine Lösung?Savage: Europa geht in eine große Krise. Noch viele werden ihren Job nach Indien und China verlieren. Wir befinden uns seit den 1990er-Jahren in einer großen Transformation von der Industrie- zur Wissensgesellschaft. Die Frage ist, wie können wir unser Wissen, unsere Erfahrung, auch unser Gespür zu Reichtum machen.
OÖN: Wie geht das?
Savage: Wissen ist kein knappes Gut. Wir müssen es niemandem wegnehmen, um es zu haben. Um Wissen in einer Firma auszutauschen, müssen Menschen viel mehr Dialog führen und Meinungen austauschen. Das Modell Linux (offene Software-Entwicklung) soll uns Vorbild sein. Und das Wissensmanagement dürfen wir nicht einfach den Computerfachleuten überlassen, sondern den einzelnen Mitarbeitern.
OÖN: Worauf muss sich ein Arbeitnehmer in der Wissensgesellschaft, von der sie sprechen, einstellen?
Brandner: Die Innovation wird künftig nur mehr von den Mitarbeitern ausgehen. Arbeit in Teams wird wichtiger, Mitarbeiter übernehmen mehr Verantwortung. Der Chef kann künftig nicht mehr sagen, welche Kurse ein Beschäftigter besuchen soll, auch wird er sie nicht bezahlen. Nur mehr ein Viertel der Beschäftigten wird in zehn Jahren in einem fixen Angestelltenverhältnis stehen.
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